Ökologisch stricken: Wolle aus Milchfasern

Fast alle großen Hersteller haben inzwischen Öko-Garne im Sortiment. Dabei gehören Milch- und Sojafasern zu den neuen Innovationen, auch recycelte Wolle ist im Kommen.
"Linea Pura" heißt eine ökologische Garnlinie von Lana Grossa, die auf  der Herstellung nach Fair Trade-Prinzip basiert. Die Baumwolle kommt aus Betrieben in Tansania und Indien, die biologischen Landbau betreiben. Um auch den hohen modischen Kunden-Ansprüchen zu genügen, werden der ökologisch angebauten Baumwolle Mais, Soja oder Bambus beigemischt. Die Garne erhalten eine individuelle Struktur und seidig-weichen Griff. Positiv sind auch die Trageeigenschaften: Sie sind temperaturausgleichend, atmungsaktiv und wirken sogar leicht antibakteriell. Zudem ist das Material farbbeständig, strapazierfähig und trocknet leicht.
 
Fasern aus Milchproteinen
Zu den neuesten Innovationen gehören Milchproteinfasern. Bei der Herstellung wird Milch entwässert und abgeschöpft und die Milchproteine anschließend wie andere Kunst- und Funktionsfasern weiterverarbeitet. "Latte" - so heißt das neue Garn von Lana Grossa - soll reine Wellness für die Haut sein.

Ähnlich positive Eigenschaften weist Maisgarn auf: Es absorbiert Feuchtigkeit, ist atmungsaktiv und farbbeständig. Garne aus Bambus sorgen bei Hitze für angenehme Kühle und wärmen bei kühleren Temperaturen. Zudem bieten sie einen natürlichen UV-Schutz und sind komplett biologisch abbaubar.

Aktuell: Recycling-Garne

Wolle aus recyceltem Material liegt ebenfalls im Trend. Die britische Marke Rowan steht für hochwertige Handstrickgarne. Deren neue Recycling-Garne "Renew" und "Revive" aus der Purelife Kollektion sind nach bioRE-Richtinien zertifiziert. "Renew" besteht zu 93 Prozent aus Wolle, zu 7 Prozent aus Nylon. Das Material für die recycelte Wolle stammt aus gebrauchter oder unverkaufter Ware und Resten von Spinnfabriken. Nach Entfernung von Innenfutter, Knöpfen und Reißverschlüssen wird die Kleidung zunächst nach Farbe, Faser und Qualität sortiert. Bunte Fasern werden schwarz und marine eingefärbt. Das Gewebe wird dann sterilisiert, in Stücke geschnitten und kommt in eine Stoffverkleinerungsmaschine. Nach dem Kardieren (Verdichten von Fasern zu einem Flor) kommen sie in den herkömmlichen Spinnprozess. Dann kann das Garn verstrickt werden.

Stricknadeln aus Holz und Bambus

Bei den Stricknadeln setzen die Hersteller ebenfalls verstärkt auf natürliche Materialien wie Holz und Bambus. Aufgrund des geringen Gewichts schonen sie beim Stricken die Gelenke und verursachen auch nicht mehr das typische Klappergeräusch.

Bezugsquellen für Öko-Garne und ökologische Stricknadeln:
www.finkhof.de, www.maas-natur.de, www.hema-wollversand.de, www.lineapura.com, www.coatsgmbh.de

Quelle: ECO-News (eco-world.de)